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Zum Heimkinostart: Kritik zur dritten ''Fargo''-Staffel

Zum Heimkinostart: Kritik zur dritten ''Fargo''-Staffel © 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Mörderische Zufälle und kauzige Figuren sorgen auch in Season 3 von "Fargo" wieder für skurril-amüsante Momente mit philosophischem Tiefgang.

Endlich kommen Fans der etwas anderen TV-Kost ohne Netflix-Abo in den Genuss der dritten Staffel von "Fargo": Die zehn neuen Folgen der Anthologieserie sind ab sofort auf DVD zu haben. Hierzulande konnten sie bereits im vergangenen Frühjahr bei dem Streaming-Dienst abgerufen werden. In den USA läuft das Format von Noah Hawley beim Sender FX.

Die Geschichte kommt diesmal ganz ohne direkten Bezug zu den Vorgängerstaffeln aus. Die einzige Gemeinsamkeit: Wieder geht es um die Verstrickung unglücklicher Zufälle – angefangen mit einem Verbrechen, das so nicht geplant war.

Ungeplante Morde

Minnesota im Jahre 2010: Der erfolglose Bewährungshelfer Ray Stussy (Ewan McGregor) ist neuerdings mit einer seiner "Klientinnen" liiert: Nikki Swango (Mary Elizabeth Winstead) ist Trickbetrügerin und steckt ihren Lover schnell mit ihren kriminellen Energien an. So beauftragt Ray einen verpeilten Ex-Knacki damit, in das Haus seines wohlhabenden Bruders Emmit (ebenfalls Ewan McGregor) einzusteigen.

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Dort soll dieser eine wertvolle Briefmarke mitgehen lassen, die schon lange ein Streitpunkt zwischen den Geschwistern ist. Dummerweise verliert Rays Handlanger die Adresse Emmits und landet kurzerhand bei einem anderen Mr. Stussy im Nebenort.

Die Mission gerät völlig außer Kontrolle und plötzlich haben Ray und Nikki zwei Menschenleben auf dem Gewissen. Von Emmit wollen sie nun Geld zum Untertauchen erpressen. Sie können nicht ahnen, dass der bereits anderen Ärger an der Backe hat.

Diabolischer Anzugträger

Vor einem Jahr musste das Stussy-Unternehmen eine finanzielle Durststrecke überstehen. Daher haben Emmit und sein Geschäftspartner Sy Feltz (Michael Stuhlbarg) einen Kredit  bei fragwürdigen Geldgebern aufgenommen. Als sie diesen zurückzahlen wollen, erleben sie eine böse Überraschung: Ein ominöser Anzugträger namens V. M. Varga (David Thewlis) und seine beiden Schläger geben ihnen deutlich zu verstehen, etwas völlig missverstanden zu haben.

Das geliehene Geld sei eine Investition gewesen. Varga sieht sich nun als Teilhaber. Emmit und Sly können nur erahnen, welch dubiosen Geschäfte der Fremde plant und suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Die Aktionen von Ray und Nikki haben da gerade noch gefehlt, sollen sich aber schon zeitnah rächen.

Auf eigene Faust

Charaktere, die sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten, mussten im "Fargo"-Universum schon immer damit rechnen abzudanken. Um die steigende Anzahl von Toten kümmert sich diesmal Polizistin Gloria Burgle (Carrie Coon).

Anders als ihr neuer, künftiger Vorgesetzter erkennt sie schnell einen Zusammenhang zwischen den Verbrechen. Die Aufklärung liegt ihr allein deshalb am Herzen, weil es sich beim ersten Opfer um ihren Stiefvater handelt. Deshalb verfolgt sie weiter ihre Nachforschungen und widersetzt sich damit den Anordnungen von oben.

Die einzelnen Handlungsstränge sind wie schon bei den Geschichten der ersten beiden "Fargo"-Staffeln komplex miteinander verstrickt. Dabei tritt keine der Figuren so ganz in den Mittelpunkt, jede fungiert mehr als Teil eines großen Ganzen.

Ewan McGegor doppelt gut

Unter den Darstellern sticht dann aber doch Ewan McGregor ("Trainspotting") mit seiner Doppelrolle heraus, die er hervorragend meistert. Gerade in den gemeinsamen Szenen von Verlierer-Typ Ray und Unternehmer Emmit zeigt sich, wie gut er die unterschiedlichen Brüder auf den Punkt bringt.

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Ein würdiger Bösewicht-Nachfolger für Billy Bob Thornton aus Staffel 1 gibt der Brite David Thewlis ab. Sein skurriler und überaus diabolischer Varga weiß gleichermaßen zu faszinieren wie anzuwidern.Die polarisierenden Ekel- und Gewaltszenen gehören genauso zu "Fargo" wie jener amüsante Unterton voller Ironie. Nicht zu vergessen die philosophisch-poetischen Einschübe: In einer Folge etwa unterbrechen immer wieder kurze Animationssequenzen die eigentliche Story und erzählen von einem tüchtig-naiven Roboter in der Zukunft.

Season 4 kommt 2019

Metaphorisch wird die Staffel zudem mit einem Stasi-Verhör im Jahre 1988 eröffnet. Der Sinn des zunächst zusammenhanglos wirkenden Intros erschließt sich erst, wenn sie anno 2016 in einem Verhörzimmer in Minnesota zu ihrem Ende kommt. So viel sei vorab verraten: Die ganze Wahrheit bleibt verborgen, aber die ist ohnehin reine Auslegungssache.

Die verrückten "Fargo"-Geschichten beruhen der jede Folge eröffnenden Behauptung zum Trotz natürlich nicht auf wahren Begebenheiten. Doch dieser Running Gag der Serie könnte das in Season 3 vorgestellte Konzept der "alternativen Wahrheiten" nicht besser repräsentieren.

Das mag ein bisschen kryptisch klingen, aber genau solche Gedankenspiele machen "Fargo" aus. Subtil und bedeutungsschwanger geht es 2019 weiter. Noah Hawley schreibt aktuell die Drehbücher zur vierten Staffel, zu der jedoch noch keine konkreten Details bekannt sind.

"Fargo: Staffel 3": Veröffentlichung am 15.03.2018 auf DVD (Twentieth Century Fox)

  • Rezension zu:
    Fargo: Staffel 3
  • Redaktionswertung:
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