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SampleTank 3: Großes Instrumenten-Paket für eigene Hits

SampleTank 3: Großes Instrumenten-Paket für eigene Hits © IK Multimedia

Ambitionierte Nachwuchsproduzenten erhalten mit SampleTank 3 ein riesiges Paket an brauchbaren virtuellen Instrumenten und Effekten fürs Heimstudio. Nicht nur der Preis für die selbsternannte "Sound & Groove Workstation" überzeugte im hitchecker.de Test.

Eine gute, ausgeglichene Sammlung an virtuellen Instrumenten, Sounds und Loops stellt das Herzstück eines jeden Heimstudios dar. Entsprechende Bundles schlagen oft mit mehreren Hundert Euro Anschaffungskosten zu Buche. Umfassende Pakete, die auch im Profi-Bereich zum Einsatz kommen, bewegen sich sogar im vierstelligen Bereich. Für Hobbymusiker und semiprofessionelle Produzenten passt das in der Regel nicht ins Budget.

Weniger populär wie etwa die Zusammenstellungen von Native Instruments ("Komplete 12"), Steinberg ("Absolute 3") und Spectrasonics ("Omnisphere 2.5") ist die "Sound & Groove Workstation" SampleTank 3 des italienischen Software-Herstellers IK Multimedia. Diese kann sowohl als Standalone-Tool auf dem PC und dem Mac als auch via VST-Schnittstelle innerhalb von DAWs, also Programmen zur Musikproduktion am Rechner, eingesetzt werden.

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Die Download-Version kostet gerade mal knapp 120 Euro und wartet dennoch mit über 4000 Instrumenten aus 21 Kategorien auf. Diese bilden eine hervorragende Basis für alle wichtigen musikalischen Genres, ganz egal ob Pop, Dance, Hip-Hop, Jazz oder sogar Klassik. Die Sounds mögen nicht unbedingt durch ihre Einzigartigkeit bestechen, klingen aber allesamt grundsolide und auch im Falle akustischer Instrumente authentisch. Drumkits, Loops sowie zahlreiche melodische und rhythmische Midi-Sequenzvorlagen ergänzen das Paket.

Ein zeitfressendes Produzenten-Spielzeug

Eine Warnung schon vorab: Es gilt, viel Zeit mitzubringen. Schon nach dem ersten Start von SampleTank 3 kann man sich stundenlang darin verlieren, die ganzen Instrumente durchzuprobieren. Der weitere Funktionsumfang der mächtigen Software bleibt dabei noch zum Großteil unentdeckt. Doch alles der Reihe nach: Für das Herunterladen, Entpacken und Installieren der 33 GB großen Sounddatenbänke braucht es zunächst eine ganze Weile.

Das Einrichten von SampleTank 3 klappt dagegen ganz fix: In den Programmeinstellungen wählt man das genutzte Audio-Interface aus (in unserem Fall: Zoom UAC-2 mit ASIO-Treibern). Welche Werte für die Sample-Rate und die Buffer-Größe optimal sind, hängt vom genutzten Rechner ab. Auf dem hitchecker.de Test-PC (Memory PC Intel PC Core i7-8700K) läuft SampleTank 3 flüssig und ohne spürbare Latenz bei 44100 Hz und einem Buffer-Size-Wert von 512.

Wer mit Musikproduktions-Tools vertraut ist, dürfte sich recht schnell in der Programmoberfläche von SampleTank 3 zurechtfinden. Sie orientiert sich an gängigen Standards und lässt daher ein intuitives Erkunden zu. Anfangs irritiert höchstens die Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten und Funktionen. Auf jedes Detail einzugehen, würde daher auch den Rahmen dieses Testberichts sprengen.

Spielen, mischen und bearbeiten

Im Folgenden seien daher die drei wichtigsten Bereiche in aller Kürze erklärt und zusammengefasst:

» 1. PLAY


Im "Play"-Bereich lassen sich Instrumente anwählen, spielen und nach Belieben auf sogenannte "Parts" verteilen. Diesen kann jeweils einer der 16 Midi-Kanäle zugeordnet werden. Um etwa mehrere Instrumente gleichzeitig mit einem externen Controller anzusteuern und zu spielen, teilt man ihnen einfach denselben Midi-Kanal zu.

Ein zusammengestelltes Set aus Instrumenten wird als "Multi" abgespeichert und ist fortan über die entsprechende Übersicht im "Play"-Bereich verfügbar. Solch eine Zusammenstellung an zueinander passenden VST-Instrumenten erweist sich als praktisch, um diese später für ein Songarrangement schnell und geballt über das Plugin im DAW abrufen zu können.

Oder ein "Multi" dient als Bestandteil eines Live-Sets, das über den Menüpunkt "Live" organisiert werden kann: Hier verbindet man Songs mit "Multis", um bei einem späteren Live-Auftritt per Klick darauf zugreifen zu können. Durch diese Vorbereitung laden die Samples, die als Basis der Instrumente fungieren, besonders schnell. So kommt es zu keinen unnötigen Wartezeiten auf der Bühne.

In der "Pattern"-Übersicht verführt eine beachtliche Zahl an vorbereitete Midi-Sequenzen für unterschiedliche Instrumentengruppen erneut zum ausgiebigen Testen. Die Patterns sind in Tonhöhe, Quantisierung und Tempo aufeinander abstimmbar und lassen sich so kombinieren. Wer mag, steuert die Loops über einzelne Keyboard-Tasten an. Die Zuordnung erfolgt nach Belieben.

PLAY

» 2. MIX

 
Bereits über den "Play"-Bereich sind grundlegende Mix- und Effekt-Einstellungen möglich. Doch erst im eigenen "Mix"-Bereich offenbart sich ein Mischpult mit 16 Kanälen für die bestehenden "Parts". Hier lassen sich detaillierte Anpassungen vornehmen.

IK Multimedia geizt an dieser Stelle nicht mit hochwertigen digitalen Effekten zum flexiblen Einsatz: Jeweils bis zu fünf Insert-Effekte sind auf jeden "Part" anwendbar. Für Send-Effekte gibt es vier eigene Mixer-Kanäle, die jeweils wieder mit bis zu fünf FX-Plugins belegt werden können.

MIX

» 3. EDIT


SampleTank 3 beschränkt sich nicht nur auf die Bereitstellung starrer VST-Instrumente. Alle Sounds lassen sich im "Edit"-Bereich ähnlich wie bei einem Synthesizer bearbeiten und grundlegend entfremden. Bereits die "Macro"-Leiste im "Play"-Bereich verfügt über einige Regler zum schnellen Experimentieren. In dieser Ansicht kann man sich nun aber so richtig austoben: Durch Änderungen in Sachen Filter, LFOs und Hüllkurven gelingen auch außergewöhnliche, sehr markante Sounds.

Es ist außerdem möglich, eigene Samples einzuspielen und so individuelle, editierbare Instrumente anzulegen. Als klassischer Sampler versteht sich SampleTank 3 aber nicht. Der Vorgang des Samplings erweist sich als recht umständlich: Audio-Files müssen bereits komplett über eine externe Software aufbereitet und mit genau definierten Angaben in einen Ordner kopiert werden. Dieser dient SampleTank dann als Basis zur Erstellung des neuen Instruments.

Ganz nützlich kann es sein, kurze Gesangsphrasen zu importieren, um die Timestretch- und Harmonizer-Funktionen im "Edit"-Bereich zu nutzen.

EDIT

Zusammenspiel mit Midi-Controllern

Neben diesen drei Hauptbereichen besitzt SampleTank 3 auch eine praktische Pad-Ansicht. Diese empfiehlt sich beim Einsatz entsprechender Controller zum Einspielen von Beats oder Ansteuern von Loops und Einzelsamples.

Nach entsprechender Zuordnung mit Hilfe des "LEARN"-Buttons lassen sich oft genutzte Programmfunktionen direkt über die Bedienelemente des genutzten Midi-Controllers ansteuern.

PAD

Einen guten Überblick über die umfassenden Möglichkeiten von SampleTank 3 geben die kompakten, englischsprachigen Video-Tutorials zum Programm auf dem YouTube-Kanal des Herstellers. Gerade ungeübte Anwender werden hier bei der Hand genommen und Schritt für Schritt durch die einzelnen Bereiche der Software geführt.

Erweiterungsmöglichkeiten und Fazit

In unserem Test lief SampleTank 3 übrigens auch als VST-Plugin innerhalb von Samplitude Pro X3 sehr stabil. Für besonders soundhungrige Nachwuchsproduzenten sind zusätzliche Erweiterungspakete mit Instrumenten, Loops und Patterns für die Musik-Software erhältlich. Diese konzentrieren sich dann mehr auf spezielle Genres und Instrumentengruppen.

Der gelungene Rundumschlag der Ausgangsinstallation dürfte für die ersten Produktionen im eigenen kleinen Heimstudio aber mehr als ausreichen. Unser Urteil: Eine ziemlich runde Sache für ambitionierte Hobbyproduzenten!

Mehr Infos zu SampleTank 3: www.ikmultimedia.com/products/sampletank3/

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  • Produkttest zu:
    IK Multimedia SampleTank 3
  • Redaktionswertung:
    Redaktionswertung
Leserwertung:
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