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Guilty-Pleasure-Pop in Zeiten der MeToo-Debatte

Guilty-Pleasure-Pop in Zeiten der MeToo-Debatte © Boo George

Little Mix zeigen auf "LM5", wie man Girl-Power im Jahre 2018 zelebriert.

Perrie Edwards, Jesy Nelson, Leigh-Anne Pinnock und Jade Thirlwall von der britischen Formation Little Mix haben quasi das Erbe der Spice Girls und der Pussycat Dolls angetreten. Das Quartett hat sich nach seinem Sieg in der Castingshow "The X Factor UK" im Jahre 2011 zu einer weltweit erfolgreichen Girlgroup gemausert. Hierzulande sind die Mädels zwar keine Unbekannten mehr, aber längst nicht so populär wie etwa in ihrer Heimat, Australien und den USA.

Für ihr fünftes, schlicht "LM5" betiteltes Album haben sich die Sängerinnen Songwriter-Unterstützung von Stars wie Ed Sheeran, Timbaland und Jess Glynne geholt. Bei der ersten Single "Woman Like Me" schaut die allgegenwärtige Nicki Minaj vorbei, um der Reggae-Dance-Nummer ihren unverkennbaren Stempel aufzudrücken.

Es geht auch ohne Nicki Minaj

Den Featuring-Gast hätte es allerdings gar nicht gebraucht: Bei cluborientierten R'n'B-Tracks wie "Strip", "Joan Of Arc" und "Wasabi" machen Little Mix mit eigenen Rap-Einlagen eine passable Figur. Der pointierte Sprechgesang und die ballernden Beats gehen hier jedoch auf Kosten der Melodie. Es bleibt recht monoton und es fällt sogar schwer, die ähnlich inszenierten Stücke auseinanderzuhalten.

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Auch inhaltlich bestimmen Redundanzen das Songmaterial: Die Lyrics strotzen vor Selbstbewusstsein. Little Mix setzen alles auf die Frauen-Power-Karte, zelebrieren feministische Parolen und weisen die Männer in ihre Schranken. Dabei kratzen sie zwar nur an der Oberfläche, sprechen aber bestimmt vielen Mädchen und jungen Frauen aus dem Herzen.

Bloß keine Gefühlsduselei

"LM5" erweist sich als Guilty-Pleasure-Girlgroup-Pop in Zeiten der #MeToo-Debatte. Dieser macht am meisten Spaß, wenn griffige Refrains involviert sind.

Der Dancehall-Kracher "Think About Us", der ein wenig an Sias "Cheap Thrills" erinnert, könnte nicht simpler gestrickt sein. Doch gerade deshalb funktioniert er hervorragend als Gute-Laune-Ohrwurm. Mit wuchtigem Bass und klopfenden Beats spricht er einen unwiderstehlichen Tanzbefehl aus.

In vielem Momenten des Albums nimmt die Elektronik überhand. Die überladene Produktion wird dem kraftvollen Harmoniegesang der Little-Mix-Protagonistinnen nicht gerecht. Selbst Balladen wie "Monster In Me", "More Than Words" und "The Cure" sind überfrachtet mit Synthies und Beats. Das Gefühl bleibt auf der Strecke.

Comeback der Girlgroup-Vorreiterinnen

Auf der Deluxe-Ausgabe von "LM5" heizen Jesy, Leigh-Anne, Jade und Perrie immerhin noch mal mit einer äußerst hitverdächtigen Dance-Hymne ein: "Only You", eine Kollaboration mit dem US-Trio Cheat Codes, hätte aber genau so auch von einer Rita Ora kommen können. Eine gewisse Austauschbarkeit gehört zum Girlgroup-Dasein wohl mit dazu.

Kurzzeitige Konkurrenz droht Little Mix in Kürze von ihren Vorreiterinnen: Die Spice Girls haben für 2019 eine Comeback-Tour angekündigt. Vorerst sollen aber nur Konzerte in Großbritannien stattfinden. Zudem müssen Mel C, Mel B, Emma Bunton und Geri Horner ohne Victoria Beckham auskommen, die keine Lust auf die Reunion hat.

Es bleibt abzuwarten, ob sich auch Little Mix in etwa 20 Jahren wieder zusammenfinden werden oder bis dahin schon lange vergessen sind. Zeitlose Klassiker finden sich auf "LM5" jedenfalls nicht.

Mehr Infos zur Band: www.little-mix.com

Veröffentlichung am 16.11.2018 (Syco Music / Sony Music)

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  • Rezension zu:
    Little Mix: LM5 (Deluxe)
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