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John Legend zwischen Pop und R'n'B

John Legend zwischen Pop und R'n'B © Eliot Lee Hazel

John Legend ist zwischen die Genre-Stühle geraten und will es auf seiner neuen CD Pop- und R'n'B-Fans recht machen.

Nach "All Of Me" stand John Legend vor einer Herausforderung: Die Ballade öffnete ihm zwar die Türen zum europäischen Mainstream-Publikum und zu erfolgreichen Kollaborationen mit Stars der Pop- und Dance-Szene (David Guetta, Benny Benassi, Sam Smith). Doch wie gehabt fühlt sich der Sänger und Songwriter in der R'n'B- und Soul-Ecke zu Hause, die mehr seine US-Fans ansprechen dürfte.

Für sein neues und nunmehr fünftes Studioalbum "Darkness And Light" galt es daher eine Art Kompromiss zu finden. Diese Aufgabe ging er zusammen mit Produzent Blake Mills an, dem kreativen Kopf hinter der Rockband Alabama Shakes.

Sichere Hits für den europäischen Markt

Gleich die Vorab-Single "Love Me Now" erweist sich mit ihrem eingängigen Refrain und dem flotten Dance-Beat als Zugeständnis an seine neu gewonnene Hörerschaft. Klar auf Hit getrimmt ist auch die Liebesbeschwörung "Surefire". Diese variiert in den Strophen noch einmal die Melodie von "All Of Me" und beißt sich mit ihrer griffig-schrägen Synthie-Hookline schnell im Ohr fest.

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Ganz ähnlich wie "Like I'm Gonna Lose You", Legends Duett mit Meghan Trainor aus dem vergangenen Jahr, klingt der Song "How Can I Blame You". Hier gelingt dem 37-Jährigen ein ebenfalls single-tauglicher Mix aus Pop und R'n'B. Beide seiner Zielgruppen dürfte er auch mit der souligen Piano-Ballade "I Know Better" und dem an The Weekend erinnernden "What You Do To Me" bei Laune halten.

R'n'B-Plätscherware für die US-Fans

Die restlichen Titel auf "Darkness And Light" bedienen dann aber vorwiegend den Geschmack seines eingefleischten US-Publikums. So stimmt Legend mit hierzulande wenig populären Albumgästen wie Chance The Rapper, Brittany Howard und Miguel bass- und beatlastige Tracks an ("Penthouse Floor", "Darkness And Light", "Overload"). Sein Hauptaugenmerk liegt hier auf den Grooves und weniger auf den Melodien. Das ist durchaus etwas schade, weil sich Legend so in allzu routiniertem und oft ziellosem Tonleiter-Singsang verliert.

Trotz rockiger, jazziger und funkiger Akzenten gerät das Album zunehmend in einen recht monotonen Plätschermodus. Bei "Right By You (For Luna)" und "Same Old Story" ist zähe Melancholie angesagt. "Temporarly Painless" und "Marching Into The Dark" bieten synthetische Langeweile.

Fazit: Wenig Licht, viel Schatten

Da hätte man sich tatsächlich noch ein paar mehr Lichtblicke in Form von zündenden, hymnischen Refrains gewünscht. Denn gerade bei solchen trifft Legends gefühlvolles Timbre mitten ins Herz.

Wer auf viele neue "All Of Me"-Momente hofft, wird also durchaus enttäuscht. Auch der Ohrwurm "Love Me Now" sollte kein Kaufkriterium für den Longplayer darstellen, weil der diesen so gar nicht repräsentieren kann. Insgesamt bleibt "Darkness And Light" ein fauler Kompromiss - mit wenig Licht und viel Schatten.

Mehr Infos zum Künstler: www.johnlegend.com

Veröffentlichung am 02.12.2016 (Sony Music)

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    John Legend: Darkness And Light
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