Gute Zeiten verbindet Lukas Graham vor allem mit seiner Familie und typisch irischen Folk-Klängen. Beides zelebriert er auf seinem neuesten Werk.
Der dänische Sänger und Songwriter Lukas Graham veröffentlicht am 14. August sein fünftes Album „Good Times“, das seine keltischen Wurzeln und seine Familiengeschichte in den Mittelpunkt rückt. Ziel des 37-Jährigen war es, seinen eingängigen Pop-Hooks treu zu bleiben, diese aber in ein folk-inspiriertes Gewand zu packen. Kurzum: Er wollte seine musikalische DNA hörbar machen.
Unterstützt wurde er dabei von seinem langjährigen Freund und Songwriting-Partner Stefan Forrest. Das Ergebnis fühlt sich für Graham an wie Heimkommen nach gefühlt mehr als einem Jahrzehnt auf Tour. Der Longplayer versteht sich vor allem als Hommage an seinen verstorbenen Vater Eugene. Der Ire aus Donegal buchte früher Musiker für Veranstaltungen, die nicht selten auch herzlich im Kreise der Familie aufgenommen wurden.
Wiedersehen mit alten Bekannten
„Ich wollte all die Leute auf dem Album haben, die mein Vater kannte. Menschen, die bei uns auf der Couch geschlafen oder auf unserer Veranda gegrillt haben“, erklärt Lukas die Ausgangsidee für „Good Times“. Für die Albumproduktion gelang es ihm, viele dieser alten Bekannten aufzuspüren. Bei dieser regelrechten Detektivarbeit half ihm vor allem der kanadische Musiker Leonard Podolak, der etliche Kontakte von damals wiederbeleben konnte.
So hat Graham etwa den irischen Dudelsack- und Flötenspieler Michael McGoldrick ins Studio geholt, um dem Titelsong die gewünschte irische Stimmung zu verleihen. Auch Bassist Sam Grisman erwies sich als wichtiger Albumgast, der in Nashville spontan ein ganzes Musikerteam zusammenstellte. Es blitzt also auch etwas amerikanisch angehauchter Folk durch – etwa bei der ersten Singleauskopplung „To Know A Girl“, die von einem markanten Banjo-Riff geprägt wird.
Wie Grahams großer Hit „7 Years“ verfügt das Lied über keinen klassischen Chorus. Inhaltlich dreht sich der Titel um die Frauen in seinem Leben: seine Töchter, ihre Mutter und weitere starke Frauen aus seiner Familie. Ebenso greifen Stücke wie „Rich Man“, „Second Chance“, „Falling“ und „Loved You Better“ persönliche Themen auf. Es geht darin um Selbstreflexion, Familie und Verantwortung.
Mit Ed Sheeran auf Tour
„Irgendwann merkt man: Ich hätte mehr tun können. Mehr sein können. Besser lieben können“, umschreibt Graham den Grundgedanken hinter seinem neuen Songmaterial. Sehr emotional wird es mit dem hymnischen „Before You Go“, das er einem kranken Freund gewidmet hat. Diesen begleitete er noch auf seiner letzten Reise nach Asien, bevor er starb. Lukas spielte die Nummer erstmals auf der Beerdigung. Seither ist sie fester Bestandteil seiner Konzerte.
Apropos: Ab Mitte August geht Graham als Support von Ed Sheeran auf große Nordamerika-Tour, die sich bis in den November zieht. Für Januar wurden zwei Live-Termine in Dänemark angekündigt. Ob es danach zu einer Konzertreise durch ganz Europa inklusive Deutschland kommt, steht noch nicht fest.
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